Lesung in der Eventscheuer

Als ich am Abend des 1. August die alte Scheune betrat, fühlte ich mich sofort wohl. Sandsteinwände und warme Beleuchtung sorgten für eine gemütliche Atmosphäre. Mehrere Reihen mit noch leeren Stühlen warteten auf die Besucher.Ich bestückte zuerst den Büchertisch mit meinen Büchern, meinen Visitenkarten und einem Infoblatt, und platzierte eine Liste daneben, in die sich Interessenten für meinen Newsletter eintragen konnten. Ich inspizierte meinen Sitzplatz und legte mein Buch und meine Notizen zurecht. Dann hieß es warten.

Bis die ersten Gäste eintrafen, zählte ich zum Zeitvertreib die Stühle – es waren vierzig. Würden wir die wirklich alle brauchen? Oder würde die Hälfte davon vielleicht leer bleiben? Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete, also mahnte ich mich selbst zur Geduld.Die Zeiger der Uhr rückten langsam vor, immer mehr Besucher strömten in die Scheune herein und dann war auch der letzte Platz besetzt. Ein paar Zuhörer mussten sogar ganz nach hinten auf die Bänke ausweichen. Wie so oft bei Lesungen waren auch an diesem Abend die Frauen in der Überzahl, aber etwa zehn Männer hatten sich doch unter die Zuhörer gemischt.

Und dann ging es los…

Nach einer kurzen Vorstellung meiner Person durch die Leiterin der Bücherei stellte ich meinen Zuhörern die Protagonisten des ersten Bandes meiner Surya Mahal-Reihe “Geld, Macht, Tod” vor: Cathérine Bergmann und Rajendra Kalachuri. Nach dem romantischen Beginn warnte ich mein Publikum, dass Rajendra wahrlich kein Märchenprinz ist, sondern ein skrupelloser Drogenboss, der rücksichtslos seinen Weg geht. Ein Stöhnen ging durch die Reihen… War es Enttäuschung oder Erleichterung? Da es hauptsächlich von den weiblichen Zuhörern kam, vermute ich ersteres. Hatten sie etwa gehofft, dass Cathérine und Rajendra ein Liebespaar werden?Am Beispiel von zwei weiteren Szenen zeigte ich Rajendras dunkle Seite, wodurch der Gedanken an ein Liebespaar in weite Ferne rückte. Und ganz zum Schluss brachte ich noch eine weitere Person ins Spiel – einen undurchsichtigen Mann, einen Spanier mit grünen Augen…

Es war ein schöner Abend, dort in der Event-Scheune von Gau-Bickelheim. Die Lesungen, organisiert von der Katholischen öffentlichen Bücherei, sind mittlerweile schon zu einer festen Institution geworden und ich freue mich, dass ich zum Erfolg der “Sommerspätlese” meinen Beitrag leisten durfte!
Übrigens: ab sofort können alle vier Bücher der Serie in der Bücherei ausgeliehen werden. Wer jedoch lieber ein eigenes Exemplar besitzen möchte, kann es hier erwerben.

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