Zitat zum gestrigen “Tag des Kaffees” aus “Mauern um Dein Herz”

Während Ricardo di Cataldi bereits in sein Büro vorausging, machte Sofia ihm einen Milchkaffee. Sie wusste, wie sehr er die aufgeschäumte Milch liebte und dass er stets den Zucker selbst hinzufügen wollte. Daher stellte sie die Tasse auf ein kleines Tablett, auf dem sich eine
Zuckerdose und eine Schale mit Gebäck befanden, klemmte sich den großen Terminkalender und einen Schreibblock unter den Arm und folgte ihrem Chef in dessen Büro. Schweigend hob er den Deckel der Zuckerdose hoch, als müsse er zuerst prüfen, dass es sich tatsächlich um den verlangten braunen Zucker handelte, maß die exakte Menge ab und ließ die braunen Kristalle auf den Milchschaum rieseln. Erst nachdem die Kristalle im Milchschaum versunken waren, rührte er den Kaffee um und führte die Tasse langsam zum Mund.
Sofia wartete, bis ihr Chef den ersten Schluck getrunken hatte, denn sie wusste, dass er erst dann mit der eigentlichen Arbeit beginnen würde. Er brauchte den Kaffee nicht, um wach zu werden. Oh, nein! Wer das von ihm dachte, der kannte ihn wahrlich nicht! Ricardo di Cataldi war um fünf Uhr morgens genauso wach und fit wie am Nachmittag oder um Mitternacht! Die Kaffeezeremonie war lediglich ein Ritual zwischen ihnen, mit dem sie jeden Tag begannen.

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