Freundschaft und Küsse – gibt es da Gemeinsamkeiten?

Die Beziehungen der Menschen untereinander sind vielfältig. Im Laufe unseres Lebens schließen wir viele Freundschaften und hoffentlich erhalten und verteilen wir auch viele Küsse. Doch was ist zuerst da? Der Kuss oder die Freundschaft?

Vom Kuss zur Freundschaft… oder umgekehrt? Was kommt zuerst? Beginnt eine Beziehung mit einem Kuss und geht dann über in Freundschaft? Oder fängt sie mit einer zarten Freundschaft an, entwickelt sich mit einem Kuss weiter und geht dann über in … – wohin sich die Beziehung entwickelt, das belassen wir lieber im Bereich deiner Phantasie.

Am 6. Juli war der “Tag des Kusses” und am 30. Juli ist der “Tag der Freundschaft”.

Zwei miteinander “verwandte” Gedenktage in einem Monat!

Im Laufe des Juli habe ich mir Gedanken über diese beiden Begriffe gemacht, passende Bilder dazu komponiert und auf Instagram veröffentlicht. Und dabei fiel mir auf, wie viele verschiedene Küsse und wie viele Ausprägungen von Freundschaft es gibt.

Da ist der Kuss einer Mutter, der erste Kuss, ein Kuss unter Freunden, ein Handkuss, ein flüchtiger Kuss, ein inniger Kuss, ein Bruderkuss, der Judaskuss; jemand ist von der Muse geküsst; “Rote Lippen soll man küssen…”

Es gibt Schulfreunde, die beste Freundin, den besten Kumpel, den Hausfreund, den besten Freund des Menschen und die These: Männer und Frauen können keine Freunde sein. Aber stimmt das wirklich?

In meinen Büchern greife ich dieses Thema immer mal wieder auf. So verschieden die Meinungen über Freundschaft sind, so unterschiedlich sind die Ergebnisse, wenn Männer und Frauen aufeinandertreffen und sich mögen.
Ja, es gibt die Männer, die beim Anblick einer Frau nur den Körper sehen. Nicolas Baldwin aus der Surya-Mahal-Reihe ist so einer. In der Jugend (“Pakt der Sieger”) ist er unscheinbar und wird von den Mädchen gar nicht wahrgenommen. Doch als sich sein Leben und sein Äußeres ändern, nimmt er sich, was ihm früher verwehrt wurde (“Geld, Macht, Tod”).
Und ja, es gibt die Frauen, die von einem Mann nur finanzielle Sicherheit und ein Leben in Luxus erwarten. Letizia, die ehrgeizige Schauspielerin aus “Mauern um Dein Herz” ist ein Paradebeispiel dafür. Sie bekommt ihre Rollen quasi im Schlaf und treibt sich auf Parties und in den angesagten Clubs herum, um sich einen reichen Mann zu angeln. Ricardo di Cataldi ist ihr Auserwählter.
Es gibt Freundschaften unter Männern, wie die zwischen Alejandro Rodriguez und Rashid al-Mansouri aus der Surya-Mahal-Reihe. Sie brauchen Gefahr und Abenteuer wie die Luft zum Leben, haben sich schon viele Male gegenseitig das Leben gerettet und vertrauen einander blind. Zum Verdeutlichen hier ein kurzer Ausschnitt aus “Geld, Macht, Tod”:
„Wir sind jetzt so viele Jahre zusammen, mein Freund“, sagte Tiger und seufzte. „Ja. Ich denke über das Leben nach, das wir führen. Wir brauchen die Gefahr, die Herausforderung, denn nur dann fühlen wir uns lebendig. Aber dazwischen ist unser Leben nur Fassade, es hat nur den Anschein von Normalität. Und ich frage mich: war das schon alles? Oder gibt es auf dieser Welt noch mehr, das uns erwartet? Was meinst Du?“
„Ich führe dieses Leben, weil Du es führst“, antwortete Razor. „Und weil es das einzige Leben ist, das ich kenne. Aber wenn Du Dich jetzt für etwas anderes entscheidest, folge ich Dir.“
„Du machst es Dir zu einfach“, warnte Tiger.
„Es genügt, wenn sich einer von uns den Kopf zerbricht, oder?“ entgegnete Razor.
Tiger quittierte diese Antwort mit einigen schnellen, aber spielerischen Schlägen, die Razor mühelos abwehrte. Tiger drang mit einer schnellen Folge von weiteren Schlägen auf Razor ein, doch dieser brachte sich mit einer Seitwärtsrolle aus Tigers Reichweite. In einer einzigen fließenden Bewegung kam er wieder auf die Beine und hatte plötzlich in jeder Hand ein Messer. Tiger stoppte mitten in der Bewegung und sah sein Gegenüber grimmig an.
„Feigling“, knurrte er. „Du hast Angst vor meinen Fäusten.“
Razor lachte, blieb aber wachsam.
„Ich kenne Dich“, sagte er. „Wenn Du so reizbar und unruhig bist, brauchst Du eine Veränderung in Deinem Leben. Das ist doch alle paar Jahre das Gleiche!“
Mit einem Schulterzucken steckte er die beiden Messer weg. Tiger hatte genau auf diese Gelegenheit gewartet. Seine Handkante war nur Millimeter von Razors Hals entfernt. Dieser hatte noch immer ein Lächeln auf dem Gesicht, als er seelenruhig Tigers Hände nach unten drückte.
„Wenn das alles hier vorbei ist“, sagte er mit einer weit ausholenden Handbewegung, „geh zu Kalachuri und handle einen guten Deal für uns aus. Wir können jederzeit wieder im Schatten verschwinden, wenn es uns nicht mehr gefällt.“
„Du meinst das ernst, oder?“ fragte Tiger und Razor nickte.
„Weißt Du“, sagte Tiger gedehnt, „ich habe bereits für diesen Einsatz einen recht guten Deal ausgehandelt.“
„Ich hätte es wissen müssen“, murmelte Razor und grinste.
 
Gina Perego und Jenny Stevenson aus “Mauern um Dein Herz” sind mein Beispiel für eine Freundschaft unter Frauen. Die eine ist zurückhaltend und misstrauisch gegenüber den Menschen im Allgemeinen und den Männerm im Besonderen, die andere ist fröhlich, quirlig und offen gegenüber jedermann. Sie sind sehr verschieden, aber genau diese Unterschiede schweißen die beiden auch zusammen.

Nun aber endlich zu Freundschaften zwischen Männern und Frauen – und ich meine da wirklich nur eine Freundschaft, keine Liebesbeziehung!

In “Mauern um Dein Herz” freundet sich Jenny mit Ricardo di Cataldi an. Zuerst ist es eine reine Zweckgemeinschaft. Jeder der beiden hat seine Gründe (die ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten werde). Doch mit der Zeit wächst die gegenseitige Wertschätzung und aus der Zweckgemeinschaft wird eine echte Freundschaft, bei der einer sich auf den anderen verlassen kann, bei der sie sich gegenseitig unterstützen und zueinander halten.

Ganz anders beginnt die Freundschaft zwischen Cathérine und Rajendra in “Geld, Macht, Tod”. Sie lernen sich kennen, reden stundenlang miteinander und haben einfach nur Freude an der Gesellschaft des anderen. Doch Rajendra ist ehrgeizig und machtbesessen und duldet keinen Widerspruch. Cathérine ist unabhängig und sagt, was sie denkt, was ihm zunächst auch gefällt. Doch seine dunkle Seite gewinnt schon bald die Oberhand! Rajendra will Cathérine besitzen und das ist definitiv schädlich für eine Freundschaft…

Und meine Meinung?

Ich denke schon, dass Männer und Frauen echte Freunde sein können, aber unsere Erziehung und unsere Gesellschaft gibt uns eine gewisse Rollenverteilung vor und lässt viele Menschen in Klischees denken. Und diese Haltung verhindert meiner Meinung nach echte Freundschaften zwischen Männern und Frauen.
Wenn wir unser Gegenüber erst einmal eschlechtslos betrachten würden, könnten wir sie oder ihn als Mensch schätzen lernen und Freundschaft schließen, ohne sofort in die typische Geschlechterrolle zu verfallen.
Wie denkst Du darüber? Hast Du einen Freund oder eine Freundin vom anderen Geschlecht?
Schreib mir Deine Gedanken gern in einer Mail an sabrina(at)sabrinakyrell.de! Ich freue mich darauf.

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