Autorenleben: Kreativität braucht Luft!

Ein Schriftsteller verkriecht sich Tag für Tag in seinem stillen Kämmerlein und bringt in der Ruhe und Abgeschiedenheit seine geistigen Ergüsse zu Papier. Berge von zusammengeknüllten Blättern umgeben ihn, denn Selbstzweifel und Perfektionismus quälen ihn gleichermaßen.

Es soll tatsächlich Menschen geben, die dieses Klischee für die reine Wahrheit halten, doch mich erinnert es eher an ein Gemälde von Carl Spitzweg: „Der arme Poet“.

Spitzweg oder Goethe?

Stellst Du Dir so einen Dichter oder Romanautoren vor?

Spitzwegs armer Poet haust in einer Dachkammer, der Ofen ist aus, er selbst liegt auf einer Matratze auf dem Boden und hat einen Schirm aufgespannt, weil der Regen durchs undichte Dach tropft…

Ich frage mich: Wie soll einem in so einer Umgebung die Muse küssen? Ich würde wahrscheinlich depressiv werden und die Muse würde die Flucht ergreifen.

Da halte ich es doch lieber mit dem alten Volkslied „Das Wandern ist des Müllers Lust…“. Nicht nur Müller, auch andere Handwerksburschen zogen in früheren Zeiten durch die Lande, um zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.

Auch zahlreiche Dichter und Schriftsteller haben sich nicht mit dem stillen Kämmerlein begnügt. Sie reisten durch fremde Länder und Kontinente, tauschten sich mit anderen Gelehrten aus, lernten und ließen sich inspirieren. Naja, Karl May war da wohl eine Ausnahme. Er ließ nur seine Fantasie auf Reisen gehen, während er einsam in heimischer Stube oder ab und zu auch mal im Knast saß. An Kreativität mangelte es ihm trotz allem nicht.

Ein wesentlich besseres Beispiel ist da Johann Wolfgang von Goethe. Auf seiner „Italienischen Reise“ lernte er Land und Leute kennen und sammelte jede Menge Erfahrungen und Inspiration. Auch zu ihm kommt mir sofort ein Gemälde in den Sinn. Weißt Du, welches ich meine?

Goethe, lässig in Mantel und mit großem Hut, auf einem Felsen sitzend, den Blick in weite Ferne gerichtet – man hört förmlich die Ideen aus seiner Feder purzeln!

Foto mit einem weiten Blick auf eine Burg, Fahrrad, Wandern, Bewegung, Begegnung, Weite, Kreativität braucht Luft

Ich will mich beileibe nicht mit einem Dichterfürsten wie Goethe vergleichen, aber Reisen und ausgedehnte Spaziergänge scheinen kreativen Menschen gut zu tun. Mehr noch: ich glaube fest daran, dass Kreativität frische Luft braucht. Bewegung. Begegnungen. Neue Eindrücke. Weite.

Auch ich gehe gern spazieren, ob in den Weinbergen bei uns um die Ecke, in den Bergen oder am Sandstrand am Meer. Ich liebe es, zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch schöne Landschaften zu streifen und bei Kaffee und Kuchen oder mit etwas Deftigem und einem Glas Wein draußen zu sitzen und die Umgebung auf mich wirken zu lassen.

Und abends, wenn ich vollgepumpt mit Sauerstoff, aufgekratzt von den Gesprächen und müde von der Bewegung in frischer Luft nach Hause komme, habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich einen ganzen Tag vertan habe, ohne einen Buchstaben zu schreiben.

Sorry! Aber das war gerade eine glatte Lüge!

Nach einem Tag draußen bin ich glücklich und zufrieden. Die Wangen sind gerötet, das Gehirn voller Sauerstoff und die Autorin in mir voller Tatendrang. Was dabei herauskommt, kannst Du hier* entdecken.

Einen Tag lang nichts geschrieben?

Doch! Ich habe geschrieben. Vielleicht nicht mit der Hand, aber mit dem Herzen. Mit den Augen. Mit der Seele. Denn Schreiben beginnt nicht erst, wenn die Finger über die Tastatur fliegen. Es beginnt dort, wo das Leben passiert: draußen, in der Natur, im Austausch mit anderen, in der Bewegung.

Man könnte auch sagen: diese Tage draußen sind mein ganz persönlicher Gegenentwurf zum armen Poeten unterm Dach.

Aktiv sein im Grünen? Von mir ausdrücklich empfohlen!

Wie ist es bei dir? Was hilft dir, den Kopf freizubekommen? Was bringt dich auf gute Gedanken?

Spaziergänge, Radfahren, Wandern, Musikhören oder Tanzen? Oder hast Du eine ganz andere Strategie?

Ich bin gespannt auf deine Antwort. Schreib sie mir gerne in die Kommentare – ich freue mich!

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Hand mit Kugelschreiber beim Schreiben in ein Notizbuch und dem Text: Kreativität braucht Luft

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