Autorenleben: Aktiv in der Natur

Ein Schriftsteller verkriecht sich Tag für Tag in seinem stillen Kämmerlein und bringt in der Ruhe und Abgeschiedenheit seine geistigen Ergüsse aufs Papier.

Es soll tatsächlich Menschen geben, die dieses Klischee für die Wahrheit halten, doch mir fällt dazu spontan ein Gemälde ein: “Der arme Poet” von Carl Spitzweg.

Stellst Du Dir so einen Dichter oder Romanautoren vor?

Spitzwegs armer Poet sieht nicht aus, als hätte er Freunde… Er haust in einer Dachkammer, schläft auf einer Matratze auf dem Boden und muss einen Schirm aufspannen, damit er nicht nass wird, wenn der Regen durchs undichte Dach tropft…

Ich frage mich: Wie soll einem in so einer Umgebung irgendetwas Gescheites einfallen?!

Da halte ich es doch lieber mit dem alten Volkslied “Das Wandern ist des Müllers Lust…”. Nicht nur ein Müller, auch andere Handwerksburschen zogen in früheren Zeiten durch die Lande, um zu lernen und Erfahrungen zu sammeln. Auch Dichter und Romanschreiber gingen auf Reisen, um sich mit anderen Gelehrten auszutauschen – allen voran Johann Wolfgang von Goethe auf seiner “Italienischen Reise”. Auch zu ihm kommt mir sofort ein Gemälde in den Sinn.

Ich will mich beileibe nicht mit einem Dichterfürsten wie Goethe vergleichen, aber Reisen und ausgedehnte Spaziergänge scheinen kreativen Menschen gut zu tun – auch mir.

Wenn dann noch ein Glas guten Weines und ein paar leckere Happen dazukommen, nenne ich das “Pures Vergnügen”.

Wie jedes Jahr am ersten Sonntag im September fand auch heute die Alzeyer Wingertshäuschen-Wanderung statt.
Tausende Menschen wandern dabei von einem Weinbergshäuschen zum nächsten – sie essen Rheinhessische Spezialitäten, trinken Rheinhessischen Wein, sie naschen von den reifen Trauben am Wegesrand, sie treffen Freunde und unterhalten sich.

Möchstest Du sehen, wie Rheinhessische Lebensfreude aussieht? Hier sind ein paar Eindrücke:

Ich genieße diesen Wandertag jedes Jahr aufs Neue und freue mich schon Wochen vorher darauf.
Und abends, wenn ich vollgepumpt mit Sauerstoff, aufgekratzt von den vielen netten Gesprächen und müde von der Bewegung in frischer Luft nach Hause komme, habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich einen ganzen Tag vertan habe, ohne einen Buchstaben zu schreiben.

Sorry! Aber das zu behaupten, wäre eine glatte Lüge!

Vielmehr bin ich nach einem solchen Tag glücklich und zufrieden. Die Wangen sind gerötet, das Gehirn voller Sauerstoff und die Autorin in mir voller Tatendrang.

Aktiv sein im Grünen? Von mir ausdrücklich empfohlen!

Geht es Dir genauso? Bewegst Du Dich auch gerne in der Natur? Oder hast Du eine ganz andere Strategie, um den Kopf freizubekommen?
Lass mich daran teilhaben und schreib Deine Antworten gerne in die Kommentare.

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